BÄKO Unternehmertag & Generalversammlung 2018

Informationen

Einladung Unternehmertag 2018
Inhalt: 
Am 16. Mai 2018 findet im Rahmen der 21. Generalversammlung in der BÄKO-Zentrale in Linz-Pichling der zweite BÄKO-Unternehmertag statt. Exklusiv für BÄKO Mitglieder präsentieren wir vier Referenten der Extraklasse:
 
  • Mahsa Amoudadashi
    Masha Amoudadashi war Deutschlands erste Herzlichkeitsbeauftragte und ist überzeugt davon, dass nur begeisterte Mitarbeiter begeisterte Kunden schaffen. Einen ersten Vorgeschmack finden Sie hier. 
     
  • Prof. Michael Kleinert
    In seinem Vortrag "Erfolg 2025 - über Tabus, Mythen, Wahrheiten, Selbstbetrug und wirkliche Erfolgsfaktoren" berichtet der Autor nicht nur als einer der bekanntesten Brot-Aromaforscher,  sondern vor allem aus seiner langjährigen Beratungstätigkeit von führenden Premium-Familienunternehmen der Bäckerei- und Konditoreibranche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
     
  • Martin Auer
    Der Bäckermeister aus Graz wurde für seine Ideen und Konzepte mit dem renommierten Branchenpreis "Marktkieker" ausgezeichnet. Das unablässige Tüfteln an neuen Ideen, der Blick weit über das Backblech hinaus beflügeln ihn tagtäglich. Rast und Ruhe gibt es nur für seine Teige! Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • Dr. Bernd Hufnagl
    Der Neurobiologe und Autor präsentiert neurowissenschaftliche und verhaltensbiologische Erkenntnisse für "hirngerechtes" Arbeiten und Führen. Anhand von kurzweiligen Anekdoten und Geschichten erklärt er komplexe Sachverhalte und erläutert warum gestresste Manager der Teufel jeder Organisation sind. Ein Interview des Autors finden Sie hier.
 

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Reihenfolge

Nachbericht

Ein Feuerwerk der Inspiration und Motivation

2. BÄKO-Unternehmertag & 21. ordentliche Generalversammlung der BÄKO-Österreich mit neuen Rekorden

Beim 2. BÄKO Unternehmertag überzeugten hochkarätige, praxiserprobte Vortragende das aufmerksam lauschende Publikum mit ihren motivierenden Gedanken und Ideen: Ein thematischer Schwerpunkt lag darauf, wie man sein eigenes Geschäftsmodell noch attraktiver und gewinnbringender gestalten kann, aber auch die Tipps des Neurowissenschaftlers Dr. Bernd Hufnagl, wie man seine persönliche Lebensqualität verbessern kann, begeisterten die Gäste.

Martin Auer, der „seinem Brot die Seele zurückgab“, schilderte den oft nicht ganz einfachen Weg der Unternehmensübergabe von einer Generation an die andere. Als der Zeitpunkt gekommen war, kaufte er seinem Vater das Unternehmen einfach ab, um die Freiheit für eine vollkommene Neuausrichtung zu gewinnen. Rigoros schnitt er „alte Zöpfe“ ab. Er reduzierte das Sortiment um 25%, verzichtete auf ungezieltes Sponsoring und unspezifische Werbemaßnahmen. Dafür verordnete Martin Auer seinem Unternehmen einen ganzheitlichen Corporate Identity Prozess: Neue Philosophie kombiniert mit einem neuen Unternehmensauftritt, der sich an dem Mission Statement „Dem Brot die Seele zurückgeben“ ausrichtet. 

Marke macht Marge!

Der mutige Schritt hat sich gelohnt: Mit 28 Filialen in Graz und rund 300 Mitarbeitern gehört er heute zu den Großen der Branche. Der Erfolg spiegelt sich unter anderem in der Verdopplung der Kundenanzahl wider. Die Frage, die sich Martin Auer immer und immer wieder stellt, ist: Wofür zahlt uns der Kunde eigentlich? „Sicher nicht für die Kilokalorien, die wir verkaufen" beantwortet er sich die Frage selbst. Kalorien machen satt, Erlebnis schafft Überfluss – heute geht es jedoch um Sinn und Sinnstiftung. Für die Neuausrichtung blendete er daher einmal das Produkt und dessen Qualität vollkommen aus und konzentrierte sich auf die Servicequalität und die Freundlichkeit der Mitarbeiter. 

Heute kann er mit Stolz behaupten: „Wir haben keine Kunden, wir haben Fans!" Wie er das erreicht hat? „Wir bemühen uns um die besten und engagiertesten Mitarbeiter, die Teil von etwas Großem, etwas Besonderem sind. Wir bemühen uns von der ersten Begegnung um die Mitarbeiter und versuchen täglich, großartig mit ihnen umzugehen. Nicht schlecht umgehen, ist zu wenig! Die Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen und sich begeistert einbringen, denn Arbeitszeit ist Lebenszeit“, erklärt der Unternehmer. So steht er dem Begriff der Work-Life-Balance entsprechend kritisch gegenüber und regt an, ein wenig von der Freitagnachmittagsstimmung in den Montagvormittag mitzunehmen. Ein weiterer Grundsatz, den er sowohl nach innen als auch nach außen konsequent beherzigt, ist: In der Sache hart und klar, zu den Menschen weich. Sein Credo: Wachsen ja, aber nur in Qualität, und zwar Produkt-, Service- und Markenqualität. Denn „Marke macht Marge“ und warum nicht den Anspruch stellen, „der geilste Bäcker der Welt“ zu werden?

Herzlichkeitsbeauftragte, was ist das denn?

Das Jobprofil einer Herzlichkeitsbeauftragten ist eine Kreation der Familie Kobjoll, die den Schindlerhof, ein vielfach ausgezeichnetes Tagungshotel in der Nähe von Nürnberg, betreibt. Klaus Kobjolls Devise lautet: „Begeisterung ist ansteckend“. Und diese Philosophie trägt die langjährige Mitarbeiterin des Schindlerhofs, Mahsa Amoudadashi, heute als begehrte Referentin und Beraterin in die Wirtschaft hinein. Ihr Ansatz: Jeder Konsument hat gewisse Erwartungshaltungen. Sind diese erfüllt, ist er zufrieden, aber noch nicht begeistert. Die individuelle, situationsabhängige Erwartungshaltung wird wesentlich vom Preis des Angebots und Unternehmensimage beeinflusst. So hat man an ein Fastfood-Restaurant eine andere Erwartungshaltung als an ein Sternerestaurant. Und immer gilt: Solange die Erwartung erfüllt wird, ist der Kunde zufrieden, aber noch nicht begeistert. In Folge ist die Wahrscheinlichkeit einer Weiterempfehlung gering. Was zählt sind die Überraschungen, die dem Gast geboten werden und die ihn begeistern. Aber auch an diese gewöhnt sich der Kunde rasch. 

Begeisterte Mitarbeiter als Schlüssel zum Erfolg

Mahsa Amoudadashi blickt mit der Brille einer Mitarbeiterin auf das Unternehmen und hebt hervor, wie wichtig die emotionale Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen ist. Sie zitiert eine erschreckende Studie, nach der nur 14% eine hohe, 63% eine geringe und 23% überhaupt keine emotionale Bindung an „ihr“ Unternehmen haben. Generell gilt: „Ohne begeisterte Mitarbeiter, keine begeisterten Kunden“. Das bedeutet, will man wirtschaftlichen Erfolg, sollte man sich dem Thema der Mitarbeiterbegeisterung intensiv widmen, um eine entsprechende Verbundenheit zwischen dem Unternehmen und den Mitarbeitern aufzubauen. 

Für Mahsa Amoudadashi sind es im Wesentlichen fünf Bausteine, wie man Verbundenheit mit den Mitarbeitern aufbauen kann: Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Verantwortung, Fehlerkultur und  Dankbarkeit. Dabei hilft zum Beispiel die Erstellung eines Ideenblatts: Statt zu jammern werden die Mitarbeiter eingeladen, monatlich ein Problem auf einem Blatt darzustellen, Lösungsvorschläge dafür zu skizzieren und eine Kostenschätzung für den Lösungsansatz abzugeben. Und schon wird aus einer Jammerkultur eine Kultur der Situationsverbesserung!

Umbrüche erkennen und meistern

Professor Michael Kleinert ist nicht nur ausgebildeter Bäckermeister, sondern lehrt seit vielen Jahren an der Hochschule Zürich. Mit der Erfahrung eines Brancheninsiders, in dessen Familie der Generationenwechsel nicht so stattgefunden hat, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte und der Expertise eines Wissenschaftlers, spannte er einen Bogen zwischen den „guten“ alten Zeiten und der Zukunft. Dabei ließ er es auch nicht an Selbstkritik an der Branche mangeln. 

Größe des Betriebs kein Qualitätskriterium

Unbestritten ist, dass von den einst 56.000 Betrieben heute nur noch gut 11.000 Betriebe in Deutschland bestehen. Kleine Betriebe weichen größeren Einheiten. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Qualität unabhängig von der Größe der Bäckerei ist. Wie für seine Vorredner sind auch für Kleinert die Mitarbeiter und die Rahmenbedingungen die entscheidenden Erfolgsgaranten. Drei Fragen sollen den Blick für die wesentlichen Punkte schärfen: „Will der Mitarbeiter? Kann er? Darf er?“ Jeder Chef bekommt die Mitarbeiter, die er verdient.

Für den Weg zum Erfolg müssen sich die Unternehmer intensiv mit den Fragen auseinander setzen: „Wer sind wir? Wohin gehen wir? Wie stellen wir uns organisatorisch auf? Wer hat welche Jahresziele? Was macht unseren Mitarbeiter wirksam? Was wurde erreicht? Und alles immer gespiegelt mit der Frage: Mit welchen Informationen wird das Unternehmen gesteuert?“ Durch unzählige Beispiele aus der Praxis wurde der Vortrag zu einem überzeugenden Erlebnis, das viele Zuhörer zum Nachdenken gebracht hat.

„Gestern war es viel besser, morgen wird es viel schlimmer“

Der vierte Redner am Unternehmertag war der renommierte Neurowissenschaftler Dr. Bernd Hufnagl. Er gewährte in seinem ausgesprochen launig gehaltenen Vortrag einen Einblick in unsere Denkmuster: Was wir daraus lernen können, wie wir zum Beispiel mit Abweichungen von der Norm, die oft Zukunftsängste auslösen, umgehen. Worin der Unterschied zwischen Glücklich- und Unglücklich-sein liegt. Was davon angeboren und antrainiert ist. Wie wir unsere Verhaltensmuster positiv verändern können. 

Anleitung zum (Un-)Glücklichsein

In Europa bedeutet Scheitern verlieren. In Amerika gibt es kein Verlieren, sondern nur gewinnen oder lernen. Das Referat war gespickt mit alltagstauglichen Tipps für jeden Teilnehmer – auch darüber, wie man seine persönliche Lebensqualität verbessern kann: So haben beispielsweise Studien ergeben, dass über 70 % der unter Schlafstörungen leidenden Patienten den Tag mit der ZIB 2 ausklingen lassen. Nach dem Motto: Kein Schlafengehen ohne Massaker.  Ein anderes Beispiel zeigt, dass wir uns zu oft in der Erinnerung auf ein an sich kleines, wenn auch negatives Detail konzentrieren: Eine Nebensächlichkeit, die oft ganze Urlaubserinnerungen zunichte machen kann. Letztlich kommt es immer darauf an, wie eine Geschichte endet: Gut oder schlecht. Er appelliert, Gespräche positiv enden zu lassen sowie den Tag mit positiven Erinnerungen zu beschließen. Die Zuhörer waren sich einig: Dieser Unternehmertag war die Reise zur BÄKO mehr als wert. Der Tenor war eindeutig: Alle freuen sich bereits auf die Veranstaltung im nächsten Jahr!

Jahresabschluss: Erfreuliche Bilanz

Nicht nur das Rahmenprogramm war erfolgreich, auch der Jahresabschluss, der im Rahmen des Unternehmertages präsentiert wurde, kann sich sehen lassen: 2017 wurde die magische Umsatzgrenze von 100 Mio. durchstoßen! Ein derart positives Ergebnis sowie eine stabile Bilanz sind nur aufgrund der Einkaufstreue unserer Kunden und Mitglieder möglich. Wir möchten uns daher auch an dieser Stelle für Ihre Treue ganz herzlich bedanken!