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Mineralwasser

 

Nasses Gold aus der Tiefe

Wasser ist für Pflanzen, Tiere und Menschen ein unersetzliches Lebenselement und gleichzeitig der wichtigste Grundnahrungsstoff. Ohne Wasser kann ein Mensch nur wenige Tage überleben. Pro Tag beläuft sich der Bedarf daher auf rund zweieinhalb Liter Flüssigkeit, bei starker körperlicher Beanspruchung ist er entsprechend höher. Mineralwasser eignet sich dabei besonders gut, den Flüssigkeitsbedarf des Körpers auf gesunde Weise zu decken.

Mit gesunder Tradition
Nur ein geringer Teil der riesigen Wasserreserven auf der Erde eignet sich jedoch uneingeschränkt als Trinkwasser für den Menschen. So ist Meerwasser wegen des hohen Salzgehalts ungenießbar und große Teile des Süßwassers sollten unaufbereitet nicht getrunken werden, weil sie krankheitserregende Bakterien oder Verunreinigungen enthalten können.
Die Besonderheiten des Mineralwassers wurden bereits früh erkannt. In frühgeschichtlicher Zeit wurden Mineralquellen mit hohem Salzgehalt zur Salzgewinnung genutzt. Bei den Römern war das Baden in Mineralwasser beliebt, da ihm gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt wurden. Seit dem Mittelalter verwendet man Mineralwasser für Trinkkuren. Das gesunde Wasser wurde jedoch schon damals nicht nur am Quellort getrunken, sondern auch abgefüllt und verschickt. Von Selters an der Lahn wurden im Jahre 1778 mehr als eine Million Tonkrüge mit prickelndem Mineralwasser in aller Herren Länder versandt.

Von einer gesunden Rarität zum erschwinglichen Massengetränk wurde das Mineralwasser erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute ist Mineralwasser der Durstlöscher Nummer Eins. Rund 90 Liter trinkt der Österreicher durchschnittlich im Jahr. Der Löwenanteil beim Absatz fällt auf Mineralwässer mit klassischem Kohlensäuregehalt, gefolgt von den Stillen (mit reduzierter Kohlensäure oder ganz kohlensäurefrei). Natürliches Mineralwasser ist vor vielen Jahrzehnten und Jahrhunderten als Regentropfen vom Himmel gefallen. Beim Versickern in den Boden wird es gefiltert und gereinigt. Die bekannte Lösungsfähigkeit des Wassers ist der Grund dafür, dass es beim Durchfließen des Gesteins Mineralien aufnimmt. Zu den geochemischen Vorgängen gehört auch die Anreicherung mit Kohlensäure. Sie kann dem Tiefenwasser in beträchtlicher Menge durch unterirdische Vulkanerde zugeführt werden. Kohlensäure gibt dem Mineralwasser nicht nur den typisch erfrischenden Geschmack, sondern hält es in der Flasche auch auf natürliche Weise frisch.

Ein echtes Naturprodukt
Die Formation und Zusammensetzung der Gesteinsschichten sind regional sehr verschieden. Daher hat auch jedes Mineralwasser seinen eigenen, individuellen Geschmack. Die Bestandteile werden in der Regel auf dem Flaschenetikett einzeln aufgeführt.

Vier Haupttypen von Mineralwasser werden unterschieden:
• Chlorid-Wässer haben Salzgestein als Ablagerung der Urmeere durchlaufen,
• Sulfat-Wässer haben Gipsgestein durchlaufen,
• Hydrogencarbonat-Wässer haben Kalkgestein durchlaufen,
• Säuerlinge weisen einen natürlichen Kohlendioxid-Gehalt von über 250mg/l auf.
Daneben gibt es zahlreiche Mischtypen, die nach den Hauptbestandteilen klassifiziert werden.

Da Mineralquellen nicht von selbst zutage treten, müssen sie mit hohem Kapitalaufwand und großem unternehmerischen Risiko durch Bohrungen erschlossen werden. Das Mineralwasser sprudelt entweder durch natürlichen Kohlensäuredruck an die Erdoberfläche oder es wird mit Hilfe von Pumpen gefördert. Die unterirdischen Wasserreservoirs befinden sich in Gesteinsporen und -klüften und werden ständig durch einsickerndes Wasser nachgefüllt. Hydrogeologische Sachverständige legen fest, wie viel Wasser einem Brunnen entnommen werden darf, damit die Quelle nicht versiegt.
Das Abfüllen und Verpacken von Mineralwasser erfolgt danach auf so genannten Füllstraßen weitgehend automatisch.

Wasser ist nicht gleich Wasser
Natürliches Mineralwasser hat seinen Ursprung in einem unterirdischen, vor Verunreinigungen und Umweltbelastungen geschützten Wasservorkommen. Es muss direkt am Quellort abgefüllt werden, damit seine ursprüngliche Reinheit bewahrt bleibt. Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel, das amtlich anerkannt werden muss. Es darf in seiner natürlichen Beschaffenheit nicht verändert werden. Lediglich Eisen und Schwefel können dem Wasser entzogen werden. Außerdem darf Kohlensäure entzogen oder hinzugefügt werden. Diese Vorgänge sind auf dem Etikett zu dokumentieren. Engmaschige, regelmäßige Kontrollen am Quellort, bei der Abfüllung in den betriebseigenen Labors, in unabhängigen Instituten sowie durch die Lebensmittelüberwachung garantieren die natürliche Reinheit. Die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums wird übrigens vom Gesetzgeber verlangt; natürliches Mineralwasser ist im Grunde nahezu unbegrenzt haltbar.

Heilwasser stammt wie Mineralwasser aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und muss ebenfalls direkt an der Quelle abgefüllt werden. Aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung besitzt Heilwasser krankheitsheilende, -lindernde oder -vorbeugende Wirkungen. Quellwasser stammt ebenfalls aus den unterirdischen Wasservorkommen und muss am Quellort abgefüllt werden. Es muss jedoch keine ursprüngliche Reinheit aufweisen und deshalb auch nicht amtlich anerkannt werden. Tafelwasser ist kein Naturprodukt. Es wird vornehmlich aus Trinkwasser unter Zugabe einer Mineralien-Mischung industriell hergestellt. Die Zutaten müssen auf dem Etikett angegeben werden. Eine geographische Herkunftsbezeichnung ist nicht erlaubt, damit es nicht zu Verwechslungen mit natürlichem Mineralwasser kommt.
Leitungswasser stammt in der Regel zu zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser. Bei der Aufbereitung zu Trinkwasser sind eine ganze Reihe chemischer Zusatzstoffe (z. B. Chlor, Salzsäure, Schwefelsäure) zugelassen.

Mineralwasser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Quelle: BÄKO-Magazin
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